Während
des jüngsten ECLOF-Regionalworkshops Lateinamerika/Karibik
hielt Susana Pinilla, die geschäftsführende Direktorin
und Gründerin des peruanischen Instituto para el Desarrollo
de la Micro y Pequeña Empresa (Institut für
die Entwicklung von Mikro- und Kleinbetrieben - IDESI),
die Soziologin, Anthropologin und internationale Beraterin
für die Entwicklung von Mikrobetrieben ist, einen Vortrag
über Gegenwärtige Trends in der Entwicklung
neuer Finanzprodukte von Mikrofinanzierungseinrichtungen
in Lateinamerika unter besonderer Berücksichtigung
von Peru.
Alice
Keugne Youmbi, die Verwaltungsratsvorsitzende von ECLOF-Kamerun,
erklärt, wie das Miteinanderteilen von Ressourcen und
engagierte Arbeit die Mikrofinanzierung in ihrem Land vorangebracht
haben.
Im
Bereich der Mikrofinanzierung gibt es drei verschiedene
Gruppen, die ein Interesse an der Darlehensvergabe haben.
Zunächst einmal gibt es die Kunden - die Menschen also,
die Darlehen beantragen und erhalten. Dann gibt es die Finanzierungseinrichtung
selbst - in unserem Fall also ECLOF-Simbabwe (ZECLOF). Und
schließlich sind da noch weitere Akteure, die weder
Mikrodarlehensgeber noch -nehmer sind, aber Einfluss auf
beide Gruppen haben.
Der
folgende Artikel* von Dr. Christian Berg, dem damaligen
Direktor der Nothilfe und Inneren Mission der Evangelischen
Kirche in Deutschland erschien im Jahresbericht von ECLOF
1959. Er wird unsere Leser und Leserinnen interessieren.
Es ist weithin bekannt, dass der Ökumenische Darlehensfonds
vielen Mitgliedskirchen des Ökumenischen Rates der
Kirchen gute Dienste leistet. Ich will daher nicht im
Einzelnen auf seine verschiedenen Aufgabenbereiche und
Erfolge eingehen, sondern möchte auf einige Punkte
hinweisen, die zu einem besseren Verständnis dieser
einzigartigen Form ökumenischer Hilfe unter Kirchen
und Missionsgesellschaften führen können. Ich
glaube, dass die Bedeutung von ECLOF hauptsächlich
auf vier Prinzipien beruht:
1)
Langfristig gesehen ist es für Kirchen, die ja selbst
anderen helfen wollen, leichter, Darlehen anzunehmen als
Zuwendungen zu empfangen. Wie oft haben verantwortliche
Kirchenleute aus Ostdeutschland mir schon gesagt, dass
es ihnen unangenehm sei, immer noch um Hilfe für
den Bau von Kirchen und Gemeindezentren, für karitative
Einrichtungen und viele andere wichtige kirchliche Aufgaben
bitten zu müssen, wo sie doch schon zehn Jahre lang
Hilfe in unterschiedlicher Form erhalten hätten.
Sie begrüßten sehr die "Brot für
die Welt"-Kampagne, die ihnen Gelegenheit bot, zu
zeigen, dass auch sie anderen helfen konnten.